NABU Schwaigern und Umgebung

 

Leiter für die NAJU-Kindergruppe gesucht

 

Zwei Leiterinnen unserer Kindergruppe müssen leider (berufliche Gründe/Altenpflege) mit der Leitung der Kinder aufhören. Wir brauchen daher möglichst sofort Ersatz. Ältere Aktive unterstützen gerne mit ihrem Naturwissen. Wenn Sie Freude an der Arbeit mit Kindern haben (Naturkenntnisse sind nicht Voraussetzung), dann melden Sie sich bei Martin Feucht Tel. 07138/5099 o. E-Mail martin.feucht@t-online.de. Selbstverständlich erhalten sie eine Ehrenamtspauschale und eine Fortbildung auf Vereinskosten.

 

Wir über uns

Die Mission des NABU

Gemeinsam Natur beobachten und schützen
Gemeinsam Natur beobachten und schützen
unsere Geburtsurkunde
unsere Geburtsurkunde

Am 02.10.2010 hat unser NABU in einem feierlichen Akt mit vielen geladenen Gästen aus Politik, Natur und Vereinen seinen 110-ten Geburtstag in der Frizhalle in Schwaigern gefeiert. Zu verdanken haben wir dies unserem Vereinsgründer Stadtschultheiß Karl Essich aus Schwaigern. Der Sonntag darauf am 03.10.2010 gehörte voll der ganzen Bevölkerung. Mit Sinnesparcour, einer großen Ausstellung über unsere Vereinsgeschichte mit Aktionen und Veranstaltungen, aber auch mit 20 Tafeln über die Chronik unseres Hauptvereins und vor allem unseren selbst gedrehten meisterlichen Filmen von Ferdinand Rau, Willi Enchelmaier und Willi Kaiser, haben wir alle Besucher begeistern können.

Wir sind sehr stolz, dass unser NABU Schwaigern und Umgebung mit dem heutigen Einzugsgebiet Schwaigern, Leingarten, Gemmingen und Massenbachhausen schon ein Jahr nach dem NABU-Hauptverein von dem damaligen Stadtschultheißen Karl Essich gegründet wurde. Über Dr. Horst-Edgar Martin habe ich von Frau Bürkle, einer Enkelin unseres Vereinsgründers, am 17.02.2011 das in der folgenden Bildergalerie zum Festabend abgebildete Foto von Karl Essich erhalten. Seit unserer Vereinsgründung wurde mit Flurbereinigungen, Flussbegradigungen und Zersiedelung der Landschaft für uns Naturschützer verheerend in den Naturhaushalt eingegriffen. Die noch vor 110 Jahren bestehende große Artenvielfalt unserer gesamten Fauna und Flora hat viele Einbußen seither hinnehmen müssen. Glücklicherweise haben auch viele verantwortliche Politiker dies schon erkannt, auch wenn sie für mich nur halbherzig sich dieser für unsere nachfolgenden Generationen wichtigen Probleme annehmen.

Vereinsvorstand Martin Feucht hatte einen Jubiläums-Vereins-Quiz zusammengestellt. Die Frage Nr. 16 lautet z.B.: Von wem stammen die Sätze: "Ich würde mein Geld auf die Sonne und Solarkraft setzen. Was für eine Energeiquelle! Ich hoffe, wir brauchen nicht warten, bis Öl und Kohle aufgebraucht sind, bevor wir es anpacken." Es war kein Geringerer, als Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne, geboren am 11.02.1847, verstorben am 18.10.1931. Wir sollten dies wirklich heute schnellstens anpacken.

 

NABU--Jubiläumsfilm und Festschrift
NABU--Jubiläumsfilm und Festschrift

Der mit uns befreundete Naturfilmer Ferdinand Rau hat einen sehenswerten Jubiläumsfilm gedreht über unsere Vereinsgeschichte, unsere Aktionen, Pflegemaßnahmen, Vogel- und Fledermausbeobachtungen, Schmetterlings- und Orchideenexkursionen und mit Beiträgen aus unserer näheren Heimat. Im Film sind auch unser Festabend in der Frizhalle in Schwaigern vom 02.10.2010 und die Vereinspräsentation am 03.10.2010 zu sehen.

Dieser Jubiläumsfilm kann für 10 Euro bei unseren Vereinsvorständen Martin Feucht (Tel. 07138/5099, E-Mail: martin.feucht@t-online.de) und Herbert Ohr (Tel. 07138/7556, E-Mail h.ohr@gmx.de) bestellt werden.

Die 52-seitige Festschrift wurde mit 700 Exemplaren aufgelegt. Sie enthält Grußworte des Vorsitzenden Martin Feucht, des Landrats Detlef Piepenburg, des Bürgermeisters Johannes Hauser aus Schwaigern, des NABU-Präsidenten Olaf Tschimpke, des NABU-Landesvorsitzenden Andre Baumann und des Sprechers des NABU Kreisverbandes Heilbronn Adolf Monninger. Weiter ist viel Wissenswertes zu lesen über unsere Chronik, die Aufgaben und Ziele unseres NABU, unsere Aktionen, Naturschutzgebiete, Umweltaktiven u.a.. Sie ist mit vielen Farbfotos ausgeschmückt.

 

Nachstehend ist eine Bildergalerie unseres Festabends und der Vereinspräsentation

aufgeführt.

Karl Essich, Gründer unseres Vereins
Karl Essich, Gründer unseres Vereins
NABU-Landesvorstand Andre Baumann und Ralf Gramlich, OAG
NABU-Landesvorstand Andre Baumann und Ralf Gramlich, OAG

 

Der NABU setzt sich auf vielfältige Weise für die Natur ein. Zu unserer Arbeit gehören praktische Maßnahmen wie Landschaftspflege genauso dazu wie zu Vorträgen einladen oder gemeinsam auf Exkursionen die Natur kennen lernen.

 

Schauen Sie doch bitte unsere diesjährigen Termine an. Wie jedes Jahr laden wir ein zu Vogelführungen, Fledermausbeobachtungen, Schmetterlings- und Orchideenexkursionen ein.

 

Eine kleine Auswahl aus unseren Exkursionen mit schönen Naturbildern ist in der folgenden Bildergalerie zu sehen.

 

Unser Vorstand

Naturschutzjugend (NAJU)

 

Sie möchten gerne mitmachen? Schauen Sie einfach bei uns vorbei!

 

Termine auf einen Blick

NABU-Jobbörse

Fotos zum Wald
Fotos zum Wald

 

  Heuchelberg-Gipfel

Zum internationalen Jahr des Waldes hat die Forstverwaltung den auf der Erddeponie in Schwaigern-Stetten neu entstandenen höchsten Punkt des Heuchelberges mit 353m mit einem Heuchelberg-Gipfel-Fest eingeweiht. Bürgermeister Johannes Hauser und Förster Jochen Rüb enthüllten den neuen Sandfindling auf dem Gipfel. Unser NABU hat sich hieran mit einem Sinnesparcour, Ratespiel, Ausstellungen über heimische Schmetterlinge und andere Insekten beteiligt. Auch ein Bienenkasten fehlte nicht. Wir hatten uns zur Aufgabe gemacht, den ca. 1000 Besuchern unseren heimischen Wald mit all seinen Tieren und Pflanzen in vielfältiger Weise näher zu bringen. Der Sinnesparcour wurde besonders sehr gut besucht. Auf vielen Fotos und Postern wurde die heimische Fauna und Flora des Waldes präsentiert. Vor allem wurden die Kinder von dem lebenden Schwalbenschwanz, dem Paar des kleinen Nachtpfauenauges und den Rosenkäferlarven angezogen. Wenig beachtet wurden leider die vielen beschrifteten Zweige von Laub- und Nadelhölzern. Sehr preiswert haben wir auch verschiedene Vogelnistkästen zum Kauf angeboten.

Auf den Bildern ist eine von 2 Plakatwänden, der Sinnesparcour und die Präsentation von Insektenkästen, Vogelfedern und verschiedenen Pilzen, vor allem von Porlingen, zu sehen.

Förster Jochen Rüb, Forstrat Rüter und Herr Kalletta von der HST
Förster Jochen Rüb, Forstrat Rüter und Herr Kalletta von der HST

Bau einer Puszta-Schützhütte
Bau einer Puszta-Schützhütte

Puszta-Hütte im Bruch

Von Anfang an sind wir eingebunden in das Ferienprogramm der Stadt Schwaigern. Unterstützt wurden wir dabei schon mehrmals vom Ökomobil des Regierungspräsidiums Stuttgart. Im Jahre 2010 haben wir eine zünftige Puszta-Schutzhütte im Bruch in Schwaigern errichtet. Stolz haben die Kinder ihren Eltern "ihr Werk" gezeigt.

Turmfalkenkasten-Anbringung
Turmfalkenkasten-Anbringung

Anbringung eines Turmfalkennistkastens

Wir bedanken uns, dass wir bei einer Scheune der Baumschule Reichelt in Schwaigern, Freibadweg 2, am 12.04.2011 einen Turmfalkennistkasten anbringen durften und hoffen, dass dieser bald von einem Falkenpaar angenommen wird.

Unser Kräutergarten
Unser Kräutergarten

Kräutergarten bei der Stadtkirche in Schwaigern

Der NABU-Kräutergarten südlich der Stadtkirche Schwaigern nimmt zusehends Gestalt an. Die Wege sind angelegt, die Buchsumrandung ist eingepflanzt. Schon erfreuen mehrere Kräuter den Besucher des Kräutergartens. In einem Rondell blüht ein Fingerhut.  Noch ist vieles zu erledigen. Die Haupteinpflanzungen können wir erst im Herbst vornehmen. Haben Sie Geduld, ein gutes Werk braucht seine Zeit.

 

Am 24.06.2011 haben wir unsere Kräuterspirale errichtet. Die Steine hat uns Herr Erbgraf von Neipperg kostenlos überlassen.

 

Unser Kräutergartenteam Dr. Rüdiger Kilian, Doris Eggermann und Helga Schemp hat mit Unterstützung vieler Vereinsmitglieder jetzt schon Großartiges geschaffen.

 

Die Einweihung unseres Kräutergartens ist als Beiprogramm zum Cafe unter den Linden der Ev. Kirchengemeinde am 01.07.2012 erfolgt.

 

Auch Kräuter bieten Farbe fürs Auge. Unsere riesigen Artischocken-Blüten sind eine Augenweide. 

Kräutergarten August 2011
Kräutergarten August 2011
Kräuterführung durch Doris Eggermann
Kräuterführung durch Doris Eggermann

Am 09.03.2012 wurde am 12. Abend des Ehrenamtes der Stadt Schwaigern vom Stadtrat der Stadt Schwaigern der "Umweltpreis der Stadt Schwaigern" mit einem Preisgeld von 250€ verliehen. Danach haben wir noch vier Sandsteinbänke zum Verweilen der Besucher aufgestellt und jedes der etwa 120 verschiedenen Kräuter erhielt einen von der Firma Emil Eisele aus Schwaigern extra für uns gefertigtes Metallschild. Die mehrmals auf den Schildern immer wieder neu laminierten Hinweise zu Merkmal und volkstüml. Verwendung hat unser Vorstand Martin Feucht gefertigt.

Am 01.07.2012 im Rahmen des Lindenkaffees der Evangelischen Kirchengemeinde Schwaigern haben wir auch die Einweihung des Kräutergartens feierlich gefeiert.

Die von unserem NABU-Mitglied Theo Schwab vorschriftsmäßig gebaute Wildbienen-Nisthilfe wurde von uns am 10.04.2012 aufgestellt.

Unsere Kräuterfrau Doris Eggermann hat seither schon einige Kräuterführungen vorgenommen. Sie ist gerne bereit, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag auch für Schulen, Kindergärten und sonstige Gruppen interessante Kräuterführungen vorzunehmen. Richten Sie bitte hierzu Ihre Anfrage unter eggerfrau@t-online.de.

 

Bernd Zoldahn inmitten der Teilnehmer
Bernd Zoldahn inmitten der Teilnehmer

Mit dem NABU Schwaigern und Umgebung zu den Jägern der Nacht

Wenn der Fledermauskenner Bernd Zoldahn den Kindern von seinen Fledermäusen  erzählt, werden alle still und horchen ihm gespannt zu. Es liegt sicher nicht nur daran, dass er als Lehrer mit Schülern umgehen kann. Fledermäuse sind, da sie ja erst mit einbrechender Dunkelheit sich auf die Jagd begeben, ungewöhnliche Lebewesen und bergen manche Geheimnisse. Sie schlafen mit dem Kopf nach unten, fliegen mit den Händen und sehen mit den Ohren. Wir können Sie nicht hören und dennoch sind ihre Rufe so laut wie ein Presslufthammer. Kein Wunder, dass deshalb zur Fledermausführung beim Eichbottsee in Leingarten am Freitag, den 01.07.2011, von den über 60 Teilnehmern etwa die Hälfte Kinder waren. Einige hatten auch vorsichtshalber Taschenlampen dabei. Die nur nachtaktiven Insektenfresser sind bei uns keine blutsaugenden Monster, selbst das große Mausohr ist in der Hand von Bernd Zoldahn eher niedlich klein anzusehen. Fledermäuse jagen nicht nur in der Luft, sie erhaschen auch Käfer und andere Insekten auf dem Boden. Wie sie aber in der Luft ihre Beute fangen, wird den Kindern sofort klar, als Bernd Zoldahn ihnen Bonbons zum Auffangen zuwirft. Mit den Händen oder Füßen haben die Kinder kein Glück, erst als sie ihren Pulli oder T-Shirt breit machen, gelingt der Fang. So ähnlich erhaschen auch Fledermäuse mit der Flughaut zwischen den Füßen Insekten.  Bevor es richtig dunkel wird, bittet Bernd Zoldahn die Kinder, einen großen Kreis zu bilden und verbindet einem zum Mitspiel bereiten Kind die Augen und stellt es in die Mitte des Kreises. Da das Augenlicht der Fledermaus in der Nacht fast nichts nützt, stößt sie laufend für uns Menschen nicht hörbar hintereinander Schallwellen aus und ortet so ihre Beute. Nur wenn diese sich im Sturzflug zu Boden fallen lassen, können sie sich vor der Fledermaus noch retten. Wenn die Schallwellen ein Insekt treffen, werden diese zurückgeworfen und die Jägerin kann so das Tier fangen. Wichtig bei dem von Bernd Zoldahn mit den Kindern eingeübten Blinde-Kuh-Spiel“ ist, dass das Kind in der Mitte immer wieder laut „Fledi“ ruft und die im Kreis ständig ihren Platz wechselnden Kinder müssen auf jeden Fledi-Ruf sofort „Motte“ entgegnen. Nur mit ständigen Rufen der Fledi gelingt es ihr, einen Mitspieler zu fangen und mit der gefangenen Motte geht das Spiel als neue Fledi weiter. Schnell sind die Kinder mit diesem Spiel mit der Ultraschall-Jagdmethode einer Fledermaus vertraut geworden. Leider können nicht alle Kinder die „Fledi“ sein, denn mittlerweile ist es dunkel geworden und über unsere Köpfe huschen gegen den Nachthimmel die ersten Fledermäuse. Auch das Landen ist für eine Fledermaus nicht einfach, wenn man danach mit dem Kopf nach unten sich aufhängt. Aber auch über Wochenstuben der Fledermäuse, ihre Sommer- und Winter-Quartiere und Abwehrstrategien von einigen Beuteinsekten und vieles mehr konnten wir an diesem Abend erfahren. Besonders interessant war es, wenn die Ultraschall-Detektoren die von den Fledermäusen ausgestoßenen Laute für uns hörbar machten und sie so schneller mit ihren Zickzack-Flügen zu sehen waren. Mittlerweile war es nach etwa 1,5 Stunden merklich kühler geworden. Es wurde Zeit von den Fledermäusen Abschied zu nehmen und mit Taschenlampen strömten die Teilnehmer zurück zum Ausgangspunkt beim Freibadeingang.

 

 

 

 


NABU Heilbronn/Schwaigern und Naturfreunde auf Erkundungsreise am Neusiedlersee

Reisebericht von Dennis Halasz

 

Ein seltener Vogel die Großtrappe: In Deutschland gibt es nur ein kleines lokales Vorkommen in Brandenburg. Die Hauptverbreitungsgebiete liegen in Ungarn und Russland. Die Vögel stehen unter strengem Schutz, das sie vom Aussterben bedroht sind.

27. Mai 2013 Dennis Halasz

Eine Gruppe bestehend aus 11 NABU-Mitgliedern und Naturfreunden der Heilbronner und Schwaigerner Gegend unternahmen vom 20. bis 26. Mai, 2013 eine einwöchige Lehr- und Erkundungsreise zum Neusiedlersee in Österreich, um Erkenntnisse und Anregungen aus den gut funktionierenden Umweltschutzmaßnahmen der Gegend zu gewinnen. Hauptziel war Illmitz im Seewinkel auf der Ostseite des Nationalparks am See, aber Erkundungsreisen rund um den See waren an den sieben Tagen an der Tagesordnung.

Man hatte in den letzten Jahren Dokumentarfilme gesehen bzw. Informationen gelesen über die erfolgreichen und gut funktionierenden Naturschutzmaßnahmen der österreichischen-ungarischen Behörden, um die Erhaltung und sogar Verbesserung der Naturwelt um den See herum. Unsere Erfahrungen zeigten, dass diese Nachrichten nicht übertrieben sind. Selbstverständlich gibt es dort, wie auch bei uns hier in Deutschland, immer wieder auftauchende Probleme menschlicher und Natur bezogener Herkunft, aber die energetische Vorgehensweise in Burgenland und die strenge Vorschriften, die zum Teil individuelle Freiheiten sogar von selbst den Naturschützern begrenzen, zahlen sich sichtlich um den See herum aus. Die Naturwelt am Neusiedler ist heil und artenreich, sogar mehr als vor 10 Jahren. Die Beschaffenheit der Landschaft mit ihren Salzlacken und -wiesen, sowie die Wiesen der Steppen- und Hügellandschaft, bleiben erhalten. Eine energetische Informationspolitik der Naturschutzbehörden, die die Natur der Gegend in den Vordergrund stellt, scheint maßgeblich an dem Erfolg des Projekts beteiligt zu sein.

Das Kultur- und Touristikangebot der Gegend, selbstverständlich mit einer weiter funktionierenden gastronomischen und weintechnischen Bewirtung wovon wir selbstverständlich regen Gebrauch gemacht haben, ist auch neben der Naturschutz weiterhin mehr als intakt geblieben. Davon lebt das Gebiet. Aber die Landwirte die dieses Wohlfühlen ermöglichen, werden ebenfalls in die Pflicht genommen und in den umwelttechnischen Maßnahmen mitintegriert, so dass der Erfolg des Ganzen von allen abhängig ist, aber auch allen zugute kommt.

Natürlich waren die sieben Tage viel zu kurz, um eine wirklich ausführliche Dokumentation der Naturwelt am und um den Neusiedlersee zu fertigen. Aber immerhin haben wir trotz limitierten Kenntnissen, aus der vielen endemischen und durch das Treffen verschiedener klimatischen und geologischen Habitaten zusammengebrachten Arten, über 320 Pflanzenarten, 85 Vogelarten, um die 30 Insektenarten, sowie einige Reptilien und Amphibien bestimmen könnt. Wir haben darüber hinaus einige Tier- und viele Pflanzenarten gesehen, welche wir durch verschiedene Faktoren – aber meistens durch den mangelnden Zeitfaktor - nicht imstande waren zu bestimmen.

Unter den Vogelarten die wir bestimmen konnten, waren der Löffler (Platalea leucorodia), Rohrdommel (Botaurus stellaris), Purpur Reiher (Ardea purpurea), viele Rohrweihen (Circus aeruginosus), Groß Trappe (Otis tarda), Rotschenkel (Tringa totanus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta), Uferschnepfen (Limosa limosa), Flussregenpfeiffer (Charadrius dubius), Seeregenpfeiffer (Charadrius alexandrinus), Kiebitze (Vanellus vanellus), Großer Brachvogel (Numenius arquata), zwei Bienenfresser Kolonien (Merops apiaster), einige Wiedehöpfe (Upupa epops), Blaukehlchen (Luscinia svecica), Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola), die Beutelmeise (Remis pendulinus) und die Bartmeise (Panurus biarmicus). Die meisten von diesen sind absolute Raritäten in Deutschland und besonders in unserer Gegend. Unter den Pflanzen waren die folgenden Charakterarten und Raritäten: Diptam (Dictamnus albus), Kleines Mädesüß (Filipendula vulgaris), Echter Eibisch (Althaea officinalis),Gelbes Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Steppen Wolfsmilch (Euphorbia sequieriana), Österreichischer-Lein (Linum austriacum), Purgier-Lein (Linum catharticum), Gewöhnliche Osterluzei (Aristolochia clematitis), Kleine Wachsblume (Cerinthe minor), Vielblütiges Leimkarut (Silene multiflora), Ohrlöffel-Leimkraut (Siliene otites), Pannonische Karthäuser-Nelke (Dianthus pontederae), Kriechendes Gipskraut (Gypsophila repens), Langfahnen-Tragant (Atragalus onobrychis), Österreich-Tragant (Astragalus austriacus), Bergklee (Trifolium montanum), Rauhaariger-Backenklee (Dorycnium hirsutum), Ungarische Platterbse (Lathyrus pannonicus), Feld Mannstreu (Erygium campestre), Salz-Kresse (Lepidium cartilagineum), Berg-Steinkraut (Alyssum montanum), Pannonisches Goldlack (Erysimum odoratum), Braunes Mönchskraut (Nonea pulla), Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis), Echter Andorn (Marrubium vulgare), Grauer Andorn (Marrubium peregrinum), Feld-Steinquendel (Acinos arvensis), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia), Blutrote Sommerwurz (Orobanche gracilis), Salz-Beifuß (Artemisia santon), Österreichischer-Schwarzwurz (Scorzonera austriaca), Schopfiger-Traubelhyazinthe (Muscari commosus), Schmalblättrige Traubelhyazinthe (Muscari tenuifolium), Schopf-/Pannonisches Milchstern (Ornithogalum pannonicum), Wanzen-Orchis (Anacamptis coriophora), Sumpf Knabenkraut (Anacamptis palustris), Mittleres Zittergras (Briza media) und Strand-Dreizack (Triglochin maritima) – um einige der selteneren und charakteristischen Arten der Gegend zu nennen.

Jeder Teilnehmer/in ist mit einer unvergesslichen Vielfalt an Wissen, Erkenntnissen und Erlebnissen zurückgekehrt.

 

Gruppe des Frauenschuhs
Gruppe des Frauenschuhs

Orchideen-Ausflug ins Taubertal

Unser Ausflug mit Orchideenfreunden ins Taubertal am 30.05.2013 (Fronleichnam) führte die 12 Teilnehmer zu den Naturschutzgebieten Haigergrund, Made und Taubenloch und Lindenberg. Eine bessere Zeit hätten wir nicht wählen können. Bei herrlichem Wetter erfreuten unser Auge eine Vielzahl von Orchideen, nämlich die Fliegen-, Spinnen- und Hummel- und Schnepfen-Ragwurz, Großes Zweiblatt, Weißes Waldvögelein, Nestwurz, Grüne Waldhyazinthe, Purpurorchis, Helmknabenkraut, Affenorchis, Bocksriemenzunge und Hybriden Puppenorchis/Helmknabenkraut, Fliegen/Hummelragwurz, Spinnen/Fliegenragwurz. Die Pyramidenragwurz trafen wir nur knospend an. Überragt wurde die Orchideenpracht von voll erblühten Gruppen des Frauenschuhs, auch in seiner gelben Variation.

Auch viele Schmetterlinge schwirrten in der von vielen Blumen übersähten Landschaft. Häufig waren der Brombeerzipfelfalter und der Rapsweisling zu sehen, aber auch ein Zypressenwolfsmilch-Glasflügler, Alexis-Bläuling, Würfelfalter und der kleine Magerrausen-Perlmutterfalter machten uns ihre Aufwartung. Auf der Vorexkursion 2 Tage davor flogen noch Schmetterlingshafte und ein Skabiosenschwärmer.

Wir vom NABU Schwaigern u.U. möchten mit unseren Exkursionen der ganzen Bevölkerung von Jung bis Alt die noch vorhandenen Schönheiten unserer Heimat näher bringen und sie dadurch für deren Bewahrung mobilisieren. Besonders unsere Schulkinder möchten wir erreichen und würden uns wünschen, dass sie auch hierfür sich interessieren.

Purpurorchisblüte
Purpurorchisblüte
Schnepfenragwurz
Schnepfenragwurz
Hybrid Puppen/Helmorchis
Hybrid Puppen/Helmorchis
Affenorchis
Affenorchis
Hybrid Fliegen-/Spinnen-Ragwurz
Hybrid Fliegen-/Spinnen-Ragwurz
Frauenschuh-Gruppe vom Haigergrund
Frauenschuh-Gruppe vom Haigergrund
Helmorchis mit Krabbenspinne/Biene
Helmorchis mit Krabbenspinne/Biene
Magerrasen-Perlmutterfalter
Magerrasen-Perlmutterfalter