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Märzenbecher
Märzenbecher

Märzenbecher:

Kirbachhof zwischen Häfnerhaslach und Ochsenbach, Kirbachhof

Kurze Wanderung von ca. 150m zum Wald, wo in einem eingezäunten Gebiet viele Märzenbecher blühen.

Märzenbecher = Frühlingsknotenblume Leucojum vernum (lat. weiß + Veilchen wegen Duft), Narzissengewächs mit Zwiebel, Bestäuber sind Honigbienen, Blüte aus 6 getrennten weißen Blütenblättern mit kurz vor Spitze grünem, oder gelblichem Tupfer, meist auf kalkhaltigen Ton- und Lehmböden in Schluchtwäldern, Blüte mit Veilchengeruch, Frucht eine birnförmige, fleischige Kapsel mit weißlichen Samen.

Pflanze enthält wie fast alle Narzissengewächse Alkaloide. Durch Einzäunung haben sich die Märzenbecher beim Kirbachhof vermehrt. Die Art stellt auch eine Attraktion des Fremdenverkehrs dar und die Besucherzahl wirkt sich positiv auf die Erhaltung aus. Es wäre gut, wenn alle größeren Vorkommen in Naturschutzgebiete eingebracht werden, da die Pflanze eine Kostbarkeit und Sehenswürdigkeit des Landes Baden-Württemberg darstellt. Der Gesamtbestand im Land wird auf ca. 2 Millionen geschätzt. Trotzdem ist die Art gefährdet, Stufe 3.

Außer beim Kirbachhof kommt der Märzenbecher in unserer näheren Gegend noch im Leudelsbachtal bei Markgröningen vor.

Kibannele: -aus Naturpark Stromberg-Heuchelberg des SAV-

Der Kirbachhof liegt ca. 275m NN, gehört zur Stadt Sachsenheim. Zur Stauferzeit 1360 stand an der Stelle des heutigen Forsthauses eine Probstei, die zum Kloster Odenheim gehörte. 1442 zogen die Zisterzienserinnen von Frauenzimmern ein und bauten das Anwesen zu einem Kloster aus. Ihre Kirche soll nahe am Bach gestanden haben, daher der Name Kirchbach = Kirbach. Nach Einführung der Reformation in Württemberg wurde das Kloster 1534 aufgelöst. 1562 zog der Fortmeister des Strombergs mit seinen Forstknechten in das verlassene Kloster ein. Links auf dem 297m hohen Schlossberg über der heutigen Fahrstraße erbaute 1666 Herzog Eberhard III. von Württemberg ein fürstliches Jagdschloss mit Lustgarten, Teichen und Parkanlagen und einem Wasserwerk. 2 Jahre zuvor ließ er einen über 200 Morgen großen mit Palisaden umzäunten Tiergarten von etwa 200 Morgen Größe errichten, in den aus den Wäldern vor allem Hirsche getrieben wurden.

Als das Schloss 1752 völlig abbrannte, wurde der Tiergarten aufgegeben. Von der ganzen Herrlichkeit blieb nichts übrig als das „Kibannele“, eine vermutlich die Jagdgöttin Diana darstellende Steinstatue inmitten eines Weihers, und ein im Wald gelegenes Areal mit Märzenbechern.